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Silvester

 

Bald ist wieder Silvester. Für viele Hunde- aber auch Katzenbesitzer der schlimmste Tag im Jahr.

Die blöde Knallerei macht vielen Tieren Angst und Stress. Da gilt es für Sie als Tierhalter streng einige Verhaltensmaßnahmen und Dinge zu beachten, damit das Angstverhalten, vor allem bei Hunden, nicht „ausartet“. Sie als Besitzer haben das in der Hand und können das Verhalten Ihres Hundes stark beeinflussen.

Katzen gehören Silvester eingesperrt, am besten lassen sie die Katzen schon in der Nacht vom 30.12. auf den 31.12. nicht mehr aus dem Haus. Wenn die Silvesternacht beginnt, soll die Katze sich am besten in dem ruhigsten Zimmer des Hauses aufhalten und die Fenster sollen verhangen sein, oder wenn vorhanden, die Rollläden heruntergelassen, damit die Tiere das Feuerwerk auch nicht sehen können.

Viele Besitzer fragen am Silvestertag nach Tabletten „damit der Hund schläft“. Das ist ein Medikament was früher (und leider auch heute noch) viel verkauft wurde. Wir verkaufen das gar nicht, da die Hunde zwar benebelt da liegen, aber die Geräuschempfindlichkeit wird von diesem Wirkstoff sehr verstärkt, so dass die Knallerei noch schrecklicher ist als eh schon. Und die Wirkung ist sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Ich erinnere, wie ich vor Jahren einmal am 03. Januar von einem Besitzer angerufen wurde, der fragte, wann denn die Wirkung nachlassen würde. Der Hund lag seit Silvesternacht, also mittlerweile 3 (!) Tage da und rührte sich kaum.

Viele Hunde regen sich derartig auf, dass Besitzer fürchten, der Hund würde am Herzinfarkt sterben.

Ich empfehle folgende Maßnahmen: Wenn es losgeht mit der Knallerei, lassen Sie Ihren Hund nicht mehr von der Leine. Fahren Sie wenn möglich um ca. 17 Uhr nochmal in den Wald und machen dort einen längeren Spaziergang, so dass der Hund sich noch einmal in Ruhe lösen kann.

Dann lassen sie den Hund sich im Haus dorthin verkriechen, wo er möchte. Wenn also ein Dackel für den Rest der Silvesternacht unter dem Bett verschwindet, dann ist das eben so. Lassen Sie den Hund total in Ruhe. Nicht ständig hingehen, am besten noch mit unter das Bett kriechen und tröstend auf den Hund einreden.

Das ist DER Fehler den alle machen! Sie versuchen mit sanften Worten oder Streicheln den Hund zu beruhigen. Das bewirkt aber genau das Gegenteil. Aus „Hundesicht“ bestärken Sie die Angst. Das haben viele Besitzer mittlerweile verstanden und versuchen nun krampfhaft das Verhalten des Hundes zu ignorieren. Aber innerlich sind die Besitzer gestresst, einmal von dem „Geballer“ selber und dann von dem nervigen Verhalten des Hundes. Und das können Hunde riechen. Das ist das Problem, die Hunde riechen, dass Sie auch Stress haben und das bestärkt dann nochmal den Stress des Hundes. Es ist also sehr wichtig, dass Sie sich WIRKLICH NICHT beeinflussen lassen von der Angst, die Ihr Tier zeigt und nicht nur, dass sie so tun als ob Sie das nicht stört.

Das gelingt eben am besten, wenn Sie den Hund in ein Zimmer bringen, dort sein Körbchen hinstellen, die Fenster verhängen und angenehmes Licht und leise Musik anmachen. Dann gucken sie kommentarlos in Abständen nach Ihrem Hund und machen sich ansonsten einen gemütlichen Abend. Wenn Sie zum Feiern ausgehen wollen, dann können Sie auch das tun, denn so signalisieren Sie dem Hund auch, dass nichts besonderes los ist, vorausgesetzt er kennt das, dass Sie mal abends ausgehen und er muss allein zu Hause bleiben.

Wenn Sie jemand bestellen, der mal nach Ihrem Hund sieht während Sie unterwegs sind, ist das durchaus zu begrüßen. Aber Vorsicht. Es ist schon vorgekommen, dass dem „Babysitter“ der Hund entwischt und in der eiskalten Nacht verschwunden ist. Nach 4 Stunden grauenhafter Suche war der Hund dann wieder vor der Tür, aber da hatten die Besitzer Glück. Ich kenne auch einen Fall, wo ein in Panik geflüchteter Hund nie wieder gefunden wurde.

An diesen Beispielen sehen Sie, dass sich das zwar brutal anhört, panische Hunde „einfach“ wegsperren, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass das für alle Beteiligten nicht zuletzt auch das Sicherste ist.

Wichtig ist, das Sie einen Plan haben. Bevor das Theater losgeht, müssen Sie alles vorbereitet haben. Nicht erst reagieren, wenn der Hund zitternd und hechelnd umher rennt. Sie müssen Sicherheit ausstrahlen und das muss Ihr Hund in Ihrem Verhalten merken. Wenn Sie also ein paar Tage vorher schon alles besprochen und vorbereitet haben, dann fühlen Sie sich auch der Situation gewachsen. Das wird sofort schon ein Teil des Problems lösen.

Es gibt Pheromone, das sind Geruchsstoffe, die beruhigend auf Hunde und Katzen wirken. Sie können einige Tage vorher ein Fläschchen mit diesen Geruchsstoffen in die Steckdose stecken. Das erleichtert die Stresssituation um Silvester. So eine Packung, da ist ein Stecker und das Fläschchen drin, kostet 28,85€.

Außerdem gibt es Tabletten, das ist Caseinhydrolysat, wenn Hund oder Katze das aufnehmen entsteht ein Eiweißbestandteil bei der Verdauung, der auch eine entspannende Wirkung hat.

Beide Sachen, Tabletten und Geruchsstoffe, sind als Hilfsmittel gut geeignet, um den Silvesterstress zu reduzieren und Ihre Verhaltensmaßnahmen unterstützend zu begleiten.

Ich weiß, nicht jeder hat ein „Silvesterhundezimmer“ zur Verfügung. Und so einfach wie oben beschrieben ist das alles nicht. Es gibt Hunde, die zerlegen so ein Zimmer in Panik und da kann ich noch so reden Sie sollen keinen Stress aufkommen lassen, das ist eben stressig.

Wenn Sie möchten, können wir Ihre individuelle Situation und die Probleme die Sie haben nochmal persönlich durchgehen und einige Maßnahmen besprechen, die für Sie und Ihr Tier geeignet, sinnvoll und umsetzbar sind.

Übrigens, ich war in meinem Urlaub erstmals auf Amrum. Und da habe ich am Hundestrand eine Frau getroffen, die seit einem Jahr dort auf Amrum arbeitet. Sie erzählte, das Silvester auf Amrum die ganze Insel und der ganze Strand voll mit Hunden ist. "Ach ja?", wunderte ich mich noch etwas dusselig. Dort ist Silvesterknallerei verboten und das Festland ist 2 Stunden entfernt......

 

Viele Grüße Franziska Kähler

 

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